Zugegeben: Man kann sich darüber streiten, aber: Der NAST-Check der DENIC erwartet, dass DNS-Server, die mehrere IP-Adressen, darunter auch IPv6, haben, auf allen IP-Adressen korrekt antworten.
Das bedeutet konkret: Setzt man für einen DNS-Server zusätzlich eine IPv6-Adresse, muss der DNS-Dienst darauf auch sofort und sauber antworten, sonst moniert der NAST-Check (der so auch bei der Registrierung und Updates zum Tragen kommt) dies und weist den Antrag zurück.
Ich kann die Intention dahinter verstehen, aber zumindest bei IPv6 würde ich hier dringend anraten, falsche Ergebnisse (z.B. keine Antwort) nur als Warnung statt als Fehler zu werten.
Gestern haben wir eine kleine interne Erweiterung der IPv6-Rerverse-DNS-Einträge vorgenommen, damit das tatsächliche Verhalten auch dem gefühlten entspricht.
Konkret setzen wir für PTR- und CNAME-Einträge, die für Netze kleine als /128 (also alles außer einzelne IPv6-Adressen) gesetzt werden, zwei Einträge:
x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.ip6.arpa. IN PTR/CNAME [Ziel]
und
*.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.x.ip6.arpa. IN PTR/CNAME [Ziel]
Bei NS-Einträgen ist der Wildcard-Eintrag aufgrund des Record-Typs nicht nötig.
Nachdem IPv6 quasi wie eine Bombe bei unseren Root-Servern eingeschlagen ist, ist nun auch der letzte Punkt für Root-Server-Kunden verfügbar: Reverse-DNS.
Wir haben im Kunden-Menü eine einheitliche Verwaltung für IPv4 und IPv6 eingerichtet. Darüber hinaus haben wir den Editor erweitert, z.B. um eine Filter- und Such-Funktion.
Als besonderes Feature haben wir einen Export aller Einträge im CSV-Format implementiert. Für alle, die es technisch mögen, enthält die CSV-Datei die IP-Adresse (sowohl IPv4 wie IPv6) auch als binäre Version, das erleichtert das Sortieren. Ein Import ist in Planung.
Nachtrag 09:50 Uhr
Analog zu IPv4 gibt es bei IPv6 PTR- und CNAME-Einträge und zusätzlich auch NS-Einträge. Wer also möchte, kann sein /64 so indirekt auf seine Nameserver sub-delegieren. Dazu kann man einfach statt einer einzelnen IPv6-Adresse ein Netz der Form 2001:db8:123:456::/64 angeben. Selbstverständlich ist es auch möglich, das eigene /64 DNS-technisch weiter zu unterteilen, also z.B. auch 2001:db8:123:456:789::/80.
Ganz so schlimm ist es bei uns nicht ;-), allerdings kenne ich mindestens zwei Marktbegleiter, die ihre definitiv letzte Zuteilung von der RIPE fast komplett ausgeschöpft haben.
Ich hatte ganz vergessen, zu erwähnen, dass unsere DNS-Server (u.a. auch für und im Zuge des) IPv6-Root-Server-Test(s) nun auch per IPv6 zu erreichen sind:
Weil es so schön war, nochmal für alle, die beim ersten Mal nicht rechtzeitig waren: Wir bieten heute nochmals 10 Kunden einen IPv6-Test-Betrieb für ihren Root-Server.
Wir möchten ab heute einer kleinen handvoll an Root-Server-Kunden die Möglichkeit bieten, IPv6 für ihren Root-Server zu testen.
Nun zu den (leider rechtlich nötigen) Rahmenbedinungen:
das Angebot richtet sich nur an sehr erfahrene Server-Administratoren (wir bieten somit vorläufig keinen Installations-/Konfigurations-Support)
jeder erhält maximal ein Test-IPv6-Netz (Blog-Sonderangebots-Kunden dürfen natürlich auch mitmachen)
ein größeres oder kleineres Netz (außer /64) ist nicht möglich
ein frei zwischen mehreren Root-Servern routbares Netz ist nicht möglich
eine Eintragung bei der RIPE findet vorläufig nicht statt
der Test-Betrieb ist als Alpha-Betrieb zu sehen und darf unter keinen Umständen für produktiven Betrieb (z.B. geschäftliche Zwecke) genutzt werden
wir behalten uns jederzeit unangekündigtem zeitweise oder dauerhafte Änderungen / Abschaltungen vor
die ersten 10 Kunden, die an support@manitu.de unter Angabe ihrer Kunden- und Root-Server-Vertrags-Nummer schreiben, bekommen ein /64 IPv6-Testnetz für ihren Root-Server
Also: Go!
Nachtrag 10:46 Uhr
Der Test-Betrieb ist selbstverständlich kostenlos!
Nachtrag 12:37 Uhr
Die ersten 10 (eigentlich ein paar mehr) waren bereit schneller
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