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Fehlendes Zeugnis

Heute hat sich hier eine junge Dame vorgestellt, sie wird dieses Jahr die Fachoberschule im Bereich Wirtschaftsinformatik besuchen. Sie sucht dazu (wie üblich) ein einjähriges Praktikum.

Ich frage mich, ob die Schulen wirklich keinerlei Tipps geben, wie eine Bewerbung auszusehen hat. Primär fehlte mir das Zeugnis, das für eine Voreinschätzung nicht gerade unwichtig gewesen wäre. :thinking:

Kommentare

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Milan

Das Zeugnis? Wozu? An einer Fachoberschule mag das noch geringe Aussagekraft haben generell haben Zeugnisse aber nur sehr wenig mit der realtitaet zutun.

Beim persoenlichen Kontakt und vielleicht mal einem Probetag sollte man viel schneller merken wie qualifizert und engagiert Bewerber sind.

dunni

dem stimme ich zu. bei mir ist es z.b. so, dass ich mich demnächst für mein praxissemester im rahmen meines studiums bewerben muss. bei bewerbungen im ausland legt man überhaupt kein zeugnis bei, weil die natürlich in erster linie die aussagekraft von deutschen noten nicht einschätzen können. das einzige worauf sich da die meisten firmen stützen, ist dann ein telefoninterview, also noch nicht einmal ein persönliches vorstellungsgespräch.
ist auch etwas unpraktisch, wenn ich nur wegen eines vorstellungsgespräches in die usa oder nach australien fliegen muss.

Manuel Schmitt (manitu)

Es geht nicht um den Inhalt des Zeugnisses. Es geht um das Zeugnis.

Wenn ich als "Chef" von meinem Mitarbeiter die Zusammenstellung von Unterlagen in gewisser Form "verlange", dann gehört es dazu, und wenn es dreimal unsinnig ist (worauf man mich natürlich hinweisen sollte).

Es geht darum, Form-Kriterien einzuhalten, Regeln zu befolgen, zeigen, dass man sich die Arbeit gemacht hat, etwas 100% zu machen.

Marco

Wer aus einem Zeugnis mehr herauslesen kann, als aus einem Bewerbungsschreiben, den möchte ich sowieso nicht als Chef. Erteile ihr einfach eine Absage. Ist besser so - für sie.

Manuel Schmitt (manitu)

Mit allem nötigen Respekt, aber ich glaube, Du hast es nicht begriffen. Es geht darum, dass es dazu gehört, welchen Sinn auch immer es macht. Diesen Sinn hat ein Bewerber so nicht zu hinterfragen.

Nochmals das Beispiel. Erteilt der Chef $UNSINNIGE Aufgabe, darf und soll der Mitarbeiter dies gerne kritisch bemerken, aber dennoch hat er es, sofern keine andere Arbeitsanweisung kommt, genau so durchzuführen, vielleicht denkt sich $CHEF ja etwas dabei.

Und genau so ist es beim Zeugnis. Es gehört einfach dazu, es wegzulassen zeugt von einer gewissen Grundhaltung. Ob es nun gelesen wird oder nicht. Unter dem Aspekt der Sinnhaftigkeit könnte man auch das Anschreiben weglassen, nicht selten ist es kopiert und "erdichtet".

GelberBuntstift

Sicher kann auch ein guter Bewerber ein schlechtes Zeugnis haben, genauso wie ein schlecht geeigneter Kandidat ein gutes Zeugnis haben kann. Nur gehen bei den Firmen nicht nur zwei Bewerbungen ein, sondern oft einige hunderte. Und um da eine Auswahl zu treffen, muss man halt gewisse Auswahlkriterien haben. Eins ist schonmal die vollständigkeit der Bewerbungsunterlagen. Und in Deutschland gehört ein Zeugnis nunmal in der Regel dazu.

Milan

Da ein Zeugnis nunmal zu einer Bewerbung dazu gehoert kann ich verstehen wenn das ein Kriterium ist (vollstaendigkeit) aber ansonsten dienen Zeugnisse wohl nur zum aussieben bzw reduzieren der Bewerbungszahlen was durch Wuerfelspiele, Pokern, Kuhbingo oder aehnliches genauso gemacht werden koennte. Es mag vielleicht sein das gute Kandidaten untern dem besten 30% (nach Zeugnissen) eher vertreten sind aber insgesamt sind Zeugnisse nunmal wenig Aussagekraeftig.

Olli

Mir ist das Zeugnis egal, ich mache mir bei einem Gespräch ein Bild vom Bewerber.

Sabrina

Das geht, wenn Du einen oder zwei Bewerber hast. Aber kein größeres Unternehmen kann es sich leisten, hunderte Bewerber einzuladen, nur weil die Möglichkeit besteht, dass es gute Bewerber mit schlechten Zeugnissen und schlechte Bewerber mit guten Zeugnissen gibt.
Die Noten sind nun mal das einfachste Auswahkriterium der Vorauswahl. Und ich habe nur selten erlebt, dass jemand mit schlechten Noten sich als Top-Kandidat herausgestellt hat. Sicher gibt es solche Fälle, aber es ist nun mal nicht die Regel.

Olli

Ich kann Dir versprechen das wir nicht nur 1 oder 2 Bewerber bei Stellenausschreibungen haben ;)

Spamschlucker

Ach komm... vielleicht hat sie es wirklich einfach nur vergessen. Wobei das natürlich auch nicht unbedingt für sie spricht ...

Grüße
stephan@spamschlucker.org

Anonym

Also ein Zeugnis ist ja wohl mit das Wichtigste einer Bewerbung. Ob es nun wirklich etwas darüber aussagt, ob jemand etwas kann was für die Stelle von Relevanz ist, sei einmal dahingestellt.

Aber wie Manuel bereits gesagt hat, gehört das Zeugnis in Deutschland zu einer Bewerbung dazu.
Wenn man keins beilegen kann, weil noch nicht ausgestellt (z.B bei Diplomen) kann man ja einen Notenspiegel beilegen und kurz erwähnen, dass das Zeugnis noch nicht verfügbar ist.

Ein Zeugnis sagt doch viel über einen Bewerber aus: Wenn jemand in der Schule viele Fehlstunden hatte, warum sollte er das im Arbeitsleben anders machen?
Und ich finde auch die Noten nicht so unwichtig wie hier teilweise behauptet wird.
Einerseits zeigt es mir, dass jmd sich engagiert, Ehrgeiz hat oder eben naturgemäß ein helles Köpfchen ist wenn er gute Noten hat und andererseits wenn jmd schlechte Noten hat, zeigt es mir dass er eben dies nicht ist (Ein, zwei "Ausrutscher" sind natürlich immer drin) Dann würde ich ihn auch nicht zum Vorstellungsgespräch einladen.

Deshalb ist imho ein Zeugnis zwer nur ein (aber durch wichtiges) Kriterium, um die Bewerberzahl zu begrenzen, die man persönlich kennenlernen will.

Anonym

Und was sagt dir, dass ich (mich selbst als Beispiel darstellend) ein vorzügliches Arbeitszeugnis ausgestellt bekam, dort kein einziges mal (weder entschuldigt noch unentschuldigt) fehlte sowie mich stark engagierte und in der Schule zuvor wiederum keinerlei Engagement gezeigt habe, viele Fehlzeiten hatte und entsprechend (oder dennoch) durchschnittliche Noten erhalten habe?
Eine einzelne Ausnahme?

Durch formelle Vorgabe ist ein Zeugnis natürlich dennoch eine Pflichtbeigabe.

Anonym

Ob du damit eine Ausnahme bist, kann ich nat. nicht beurteilen, ebenso wenig wie ein potentieller Arbeitgeber.

Vielleicht hättest du mit einem besseren Zeugnis schneller einen Job gefunden...wobei es auch hier Ausnahmen geben soll.

Nico

Ich seh das ähnlich wie Anonym1.

Meine Schulzeit war, zumindest in den ausschlaggebenden Jahrgangsstufen 12 und 13, dominiert von Demotivation, die nicht einmal direkt mit meiner generellen Ambition zusammen hing, sondern eher mit meinem schulisch-sozialen Umfeld - und der Atmosphäre meiner Schule an sich. Ich hatte einfach keine Lust, für derlei Vollidioten auch nur einen Finger zu krümmen, hab meine Zeit abgesessen und hab erstmal drei Kreuze geschlagen, als ich mein 3,0-Abizeugnis in der Hand hatte.
Ich bin davon überzeugt, dass ich an beinah jeder anderen Schule mindestens eine Note besser gewesen wäre (andererseits wollte ich aber nicht wechseln, um nicht nochmal von Beginn der 12 anfangen zu müssen), insofern habe ich Pech gehabt.
Dass ich nun ein Studium mit 26x1.5 Wochenstunden Vorlesungen und Projekten außerhalb derer bewältige, nebenbei noch einen Freelancer-Job, ein kleines Webdesign-Gewerbe, eine kleine EDV-Service-Firma betreibe und ehrenamtliche Arbeit mache, ist wohl so ziemlich das genaue Gegenteil der Demotivation, die für meinen Abischnitt gesorgt hat.

Ist es berechtigt zu fragen, was hier also ausschlaggebend ist?

Anonym

Die Gedankengänge der anderen Schule und die der Demotivation sowie dessen Ursachen sprechen mir aus der Seele. Ebenso die gegenteilige Entwicklung außerhalb der Schule. Genau so war's bei mir auch. Nur, dass ich es trotz massiver Fehlzeiten sogar noch auf 2,7 gebracht habe ;) diese Zeiten abzusitzen war einfach dermaßen langweilig, sodass ich selbst das irgendwann nicht mehr tat.

Die Anstellung, die ich ansprach, begann ich bereits nebenberuflich während der Schulzeit und bin heute bereits in meinem eigenen Unternehmen angekommen. Nichts mit "schneller einen Job gefunden".

Schule ist überbewertet. Leider.

thomas.springer

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen: Ich hab mich immer ohne Zeugnis beworben. Nie bei der Personalabteilung, sondern immer direkt bei meinem zukünftigen Vorgesetzten bzw. dessen Vorgesetzten, meisten formlos per E-Mail oder Telefon.
In der ggf. folgenden schriftlichen Bewerbung habe ich jeweils klargemacht, warum ich der richtige für den Job bin - ggf. auch mal hinterhertelefoniert, wiederrum nicht bei der Personalabteilung, sondern beim fachlich zuständigen Cheffe.

Auch wenn ich Manuels 100%-Argumentation durchaus nachvollziehen kann: Meine Erfahrung sagt, wenn es sich nicht um einen Allerweltsjob handelt, sondern beide Seiten eine einigermassen klare Vorstellung von den Arbeitsschwerpunkten und der dafür notwendigen Qualifikation (die sich eh nicht im Zeugnis abbildet) haben, ist ein persönliches Gespräch viel zielführender als jedes Zeugnis.
Ich bin überzeugt, dass eine Portion Pfiffigkeit und Engagment jeden Formfehler in der Bewerbung aufwiegen sollte. Wenn das nicht so ist, bin ich als Bewerber in der falschen Firma. (Nein, ich suche keine Arbeit - ich bin in festen Händen!)

tom

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