Skip to content

2-Wochen-Praktika

Bei mir landen immer mal wieder Anfragen auf dem Tisch, ob wir nicht 2-wöchige (meist Schul-)Praktika anbieten. Früher haben wir das gemacht. Mittlerweile nicht mehr.

Und das aus einem guten Grund. Innerhalb von 2 Wochen ist es kaum möglich, sich wirklich derart einzuarbeiten (wir reden primär vom technischen Bereich, im kaufmännischen ist das durchaus anders), dass man interessante Tätigkeiten ausführen kann.

Ich möchte nämlich vermeiden, dass Praktikanten ständig simple Aufgaben erledigen, die allerdings wenig Einblick in den eigentlichen Betrieb ermöglichen. Für letzteres ist in der Regel eine Einarbeitungszeit von mehreren Wochen nötig. Meiner Erfahrung nach sind mindestens 4, besser 6 Wochen Voraussetzung, bis man die wichtigsten Dinge so gut kennt, dass man den- oder diejenige auch mal alleine bzw. nur unter vorsichtiger Begleitung an spannende und interessante Tätigkeiten heranlassen kann.

Daher das klare Nein an 2-wöchige Praktika.

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Jürgen

naja, im (Schul)praktikum geht es ja primär darum einen Einblick in den evtl. Wunsch-Beruf zubekommen. Damit meine ich nicht unbedingt selbst etwas zu tun, sondern in erster Linie zu sehen, welche Aufgaben in diesem Beruf überhaupt erledigt werden müssen.

Klar macht es meist mehr Spaß selbst etwas zu tun, aber "zugucken" sollte einen großen Einblick in die Aufgaben bringen (vermutlich sogar größer, als wenn man sich 1-2 Wochen mit einer einzelnen Aufgabe beschäftigt).

Turtle

Das stimmt schon, aber es ist auch bloede wenn man 2 Wochen eine Praktikanten da hat mit dem man "nichts" anfangen kann. Das ist fuer beide Seiten nicht sehr befriedigend. Wir nehmen solche Praktikanten deswegen auch nicht. Dann schon lieber Schueler die ueber ein Thema eine laengere Arbeit anfertigen, ein sog. Besondere Lernleistung.

Ich habe mein Praktikum damals im Tierpark gemacht, danach wusste ich dass Tierpfleger wohl nicht mein Traumberuf ist und ich kann die Sch**** von verschiedenen Tieren am Geruch erkennen (da gibt es echt grosse Unterschiede, am schlimmsten sind Baeren).

Etur

Bei Schulpraktika sehe ich das nicht so eng. Aber ein freiwilliges Praktikum oder ein Praktikum in Rahmen des Studiums sollte schon Fachorientiert sein und nicht nur doof im Weg rumstehen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass auch ein Schülerpraktikum mind. 4 Wochen gehen sollte ... dann kann man doch schon ein bisschen mehr machen als Papier von links nach rechts zu schieben und kaffee zu kochen.

Lars

Ich denke, man sollte nicht alle Schülerpraktikanten über einen Kamm scheren. Genauso unterschiedlich wie ihre Bewerbungen (von einem Satz auf dem Fetzen Karopapier bis zur mehrseitigen ausführlichen Bewerbung) sind auch ihre Vorkenntnisse:

Jemand, der sich an anderer Stelle (vielleicht sogar eigenmotiviert) schon Kenntnisse angeeignet hat, würde ich jederzeit gerne als Schülerpraktikanten sehen. Ich selbst habe meines in der Computerabteilung einer großen Forschungseinrichtung gemacht und eigenständig eine Webanwendung (PHP, MySQL) entwickelt. Papier schieben und Kaffee kochen gehörte definitiv nicht zu meinen Aufgaben - und ich war damals fünfzehn.

Letztendlich kann man aber meist wohl tatsächlich bereits an der Bewerbung ausmachen, wie geeignet der Bewerber ist, auch eigenständig und produktiv zu arbeiten. Aber genauso wichtig ist auch, was Jürgen angemerkt hat: Um die reine Arbeitsleistung geht es hier gar nicht so sehr wie um das Kennenlernen von betrieblichen Abläufen und - bei manchem - dem Vorhandensein von Hierarchien.

tom

In meiner Firma wird mit Pair Programming entwickelt. Wäre das nicht vielleicht eine Lösung für kürzere Praktika? Ein Praktikant kann sich dann zu einem regulären Angestellten an den Computer setzen, der erklärt, welche Aufgabe ansteht und den Praktikanten fragt, wie er das Problem lösen würde. Darüber wird dann gesprochen, eine umsetzbare Lösung zusammen erarbeitet und dann umgesetzt und alle paar Minuten die Tastatur gewechselt.
Wir machen das so, dass zuerst einer einen Test schreibt und der andere dann Code implementiert, der den Test erfüllt. Ihr könntet aber auch einfach so alle fünf Minuten wechseln. Derjenige, der grade aktiv ist (der Driver) sagt immer, was er machen will und erklärt etwas, was er tippt. Der Passive (der Pair) denkt mit.
Auf die Art und Weise haben wir neue Entwickler in ca. zwei Wochen ins Projekt eingearbeitet. Der Lerneffekt ist echt enorm, wenn man mit jemandem, der sich gut auskennt, zusammenarbeitet.

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
BBCode-Formatierung erlaubt
Formular-Optionen