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Gehälter im voraus

Es ist immer wieder erschreckend, wie sehr sich doch das Misstrauen in den Köpfen mancher Unternehmer festgesetzt hat.

Ich sprach kürzlich mit einem befreundeten Unternehmer über die Gehaltszahlungen, dabei sagte ich ihm, dass bei uns die Gehälter 1 Monat im voraus gezahlt werden - praktisch wie bei Beamten.

Seine spontane Frage: Und was ist, wenn ein Mitarbeiter dann plötzlich nicht mehr kommt und Du Deinem Geld hinterherlaufen musst?

Meine ebenso spontane Antwort: Dann habe ich die falsche Personalentscheidung getroffen!

Wenn ich meinen Mitarbeitern so wenig vertrauen würde, darf dürfte ich sie hier morgens nicht ins Büro oder gar das Rechenzentrum lassen...

Kommentare

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Ähm

Ist das nicht scheiß egal?

Hauptsach das Gehalt kommt jeden Monat pünktlich.
Auf den Tag kann man sich ja einpendeln...

Jens

Man darf dabei natürlich auch nicht vergessen, dass es sich hier aus Arbeitgebersicht um eine kluge Maßnahme handelt: Die Arbeitnehmer haben das Gefühl bereits bezahlte Arbeit ableisten zu müssen und nicht, wie im Normalfall, auf "Kredit" ihr Soll an Arbeit zu leisten.

Darüber hinaus ist der Schritt zu so einer Entscheidung auch höchstens in den ersten 1-2 Monaten "schwer". Danach ist es wie überall: Man bezahlt einmal pro Monat seine Mitarbeiter. Ob das jetzt formal für den vergangenen Monat ist, oder für den kommenden, spielt auf der Sicht das Kontos keine Rolle.

m1

Falsch, denn Liquidität ist für viele insb. Kapitalgesellschaften sehr wichtig. Deswegen werden auch Zahlungsziele bis ins Letzte ausgereizt. Und nein, es geht nicht nur um die Zinsen für die zwei Wochen, die das Geld länger auf dem Girokonto der Firma liegt.

Stefan G.

"Falsch, denn Liquidität ist für viele insb. Kapitalgesellschaften sehr wichtig."

Naja, sagen wir's ganz offen: Fehlende Liquidität ist für viele insb. Kapitalgesellschaften sehr problematisch...

Jens

Es soll Unternehmen geben die nicht am Maximum ihrer finanziellen Möglichkeiten agieren ;-). Und der Zinsvorteil von 14 Tage für ein Unternehmen mit 10 - 20 Mitarbeitern? Der Verwaltungsaufwand ist da wohl im Moment höher, als der Zinsertrag :-).

actro

Ist bei uns im Betrieb nicht anders. Hat Vorteile, weil sich keiner beschweren kann, wenn das Geld mal unpünktlich kommt, andererseits ist man aber auch zum haushalten gezwungen. Bei einem Arbeitsplatzwechsel muss man ja einen größeren Zeitraum überbrücken. Die Fluktuation im Transportgewerbe ist allerdings sehr hoch und eine Bezahlung im Voraus hält zumindest die intelligenteren davon ab, leichtfertig zu wechseln.. Winwin, würde ich sagen ;)

Ohne Namen

Leider gibt es auch ganz andere Arbeitgeber, sehr löbliche Einstellung seinen Mitarbeitern gegenüber (und da ist das Gehalt zweitrangig)

Jakob

Ein (wirtschaftliches) Argument für die Zahlung am Ende des Monats ist natürlich der Zinsvorteil, da man Mitarbeiter aber i.d.R. doch länger beschäftigt, wird das marginal.

Bis jetzt hat jeder meiner Arbeitgeber zum Monatsende ausgezahlt, bis auf einen (mein erster "richtiger"), da kam's am 15. Das find ich einen ganz guten Kompromiss.

Debe

Das ist ein Puzzlestein im Verhältnis vom Arbeitgeber zu seinen Arbeitnehmern, nebenbei auch ein Signal der Solvenz.

Ein ehemaliger Arbeitgeber war bei der gesamten Belegschaft immer spät dran mit der Zahlung, mit wachsender Verzögerung: Als das Februar-Gehalt am 1. Juni noch nicht da war, hat quasi die gesamte Belegschaft fristlos gekündigt und aus-gegründet (ich war nicht mehr dabei, schon ein paar Monate vorher gegangen und nur auf einem niedrigen vierstelligen Betrag sitzengeblieben) - komischerweise waren dem ursprünglichen Unternehmen dann nicht mehr viele Kunden treu. Wieso denn bloss... :-)

Avarion

Ist natürlich auch schön für Mitarbeiter die vorher Arbeitslos waren. Das Arbeitsamt zahlt am Monatsanfang. Da kann es schon etwas stressig sein wenn man dann eine Stelle bekommt und man plötzlich mit dem selben Geld einmal zwei Monate überbrücken muss.

Debe

Mit etwas Glück kriegt man den neuen Arbeitgeber dazu, das erste Monatsgehalt vorab zu zahlen - Umzugskosten sind eventuell zu begleichen, Miete ja sowieso weiter. Fragen kann man, erst recht wenn die Tinte unter dem Vertrag schon trocken ist. Wenn das eine einmalige Zahlung ist, haben für das Anliegen wohl die meisten AG Verständnis, eine Freundin von mir hat nach ihrer Arbeitslosigkeit damit Erfolg gehabt.

Andreas

> Da kann es schon etwas stressig sein wenn man dann eine Stelle bekommt und man plötzlich mit dem selben Geld einmal zwei Monate überbrücken muss.

Das Geld wird so lange weiter gezahlt bis das erste Gehalt auf dem Konto eingegangen ist.

Eventuell zu viel gezahltes Geld (Gehalt kommt am 15.ten, es wurde aber bis Ende des Monats bezahlt) muss man eben zurück zahlen.

Mitleser

Ich mag deine Einstellung dazu, wenn alle Firmenchefs so wie du wären...

LeereDose

Vor allem der Satz

Dann habe ich die falsche Personalentscheidung getroffen!

gefällt mir, denn das zeugt davon, dass Manuel die Tragweite seines Handelns kennt und nicht versucht, die Schuld auf andere abzuwälzen, was heute leider viel zu oft der Fall ist...

Manuel Schmitt (manitu)

Danke für das Kompliment!

Tux2000

Mein Gehalt kommt am 15., d.h. ich glaube einen halben Monat daran, dass mein Arbeitgeber mir das fällige Gehalt vollständig zahlen wird, und mein Arbeitgeber glaubt einen halben Monat daran, dass ich für das Geld den ganzen Monat arbeite. Mir persönlich ist es ziemlich egal, ob das Gehalt im Voraus oder im Nachhinein gezahlt wird, aber diese Variante finde ich besonders elegant.

Aus Erfahrungen Anderer würde ich allerdings NIE meinem Arbeitgeber durchgehen lassen, das Gehalt nicht zu zahlen. Sicher, es kann immer mal etwas in der Buchhaltung schief laufen, und das läßt sich binnen Tagen beheben. Aber über Monate kein Gehalt oder nur lächerliche Anzahlungen und vage Versprechen zu bekommen kommt für mich nicht in Frage.

Tux2000

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