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Anderweitig besser investierte Zeit

Es kommt zwar zum Glück nicht mehr allzu häufig vor, aber immerhin doch noch einige Male im Jahr: Überaus eifrige und motivierte Verkäufer (oder wie auch immer sie sich dann in der Hierarchie schimpfen) wollen uns und meist direkt mir ihre $wundervolle Hardware für unser Webhosting verkaufen.

Die Gespräche und die danach folgenden Verläufe ähneln sich nicht nur, ich könnte eine Blaupause für eine tagelange Kommunikation daraus machen. Und in all den Jahren endet sie immer gleich: Es passt nicht, da unsere Anforderungen an Hardware-Lieferanten anders sind als bei 99 % der anderen Hoster.

Ich habe das zum Anlass genommen und die Zeit der Anrufenden und damit auch meine mitsamt Nerven zu sparen. Neulich wieder gehabt: Ich habe den Anrufer - zugegeben etwas ruppig - unterbrochen, ihm das Obige erklärt und ihm den Tipp gegeben: "Investieren Sie Ihre Zeit lieber in einen anderen wirklich potentiellen Kunden". Er hat es verstanden, auch wenn er mit einer derart direkten Art ganz offenbar überfordert war.

Wer sich nun fragt, was bei manitu so anders ist als bei anderen Hostern: Wir assemblieren unsere Systeme selbst. Abgesehen von Barebones, die wir natürlich fertig kaufen, möchten wir ein maximales Maß an Flexibilität. Gerade im Fall von Ausfällen, Defeketen und möglichen Defekten.

Egal, was uns in in fast 25 Jahren jemals ein Hersteller bzw. Lieferant angepriesen hat: Es kam nie, auch nicht annähernd, an die Flexbilität heran, die wir brauchen und auch wollen, indem wir selbst ein relativ großes Lager an Einzelkomponenten haben.

Und wer sich nun immer noch fragt, was das konkret heißt, ein sehr konkretes Beispiel: Wenn wir eine Komponente in einem Server für defekt halten, ist sie für uns defekt. Wir möchten und werden dann nicht mit einem Lieferanten diskutieren und RMA-Verfahren durchmachen, die kostentechnisch teurer als der Artikel sind.

Dann nehmen wir lieber ein paar Artikel mehr in unser Ersatzteil-Lager und machen notfalls kurzen Prozess, statt letztendlich das Problem auf dem Rücken des Kunden auszutragen.

Und wer nun den ökologischen Aspekt vor Augen hat: Wir haben einen wunderbaren Recycler, dem wir alle Arten von Metall sauber vor-getrennt übergeben. Ja, es wäre besser, wenn es noch weniger an "Abfall" entstehen würde, und dennoch ist es immer eine Gradwanderung.

Kommentare

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Herbert Eisenbeiß

Ihr seid damit nicht alleine: auch Hetzner baut sich seine Hardware selbst. Kann man eindrucksvoll in einem Video auf Youtube nachsehen. OVH ebenso.

K.S.

Besserwissermodus ein:

Es heißt Gratwanderung

John Doeer

Du hast vergessen den Besserwisser-Modus wieder auszuschalten. Nicht, dass du jetzt aus Versehen den ganzen Tag lang besserwisserisch geschrieben hast.

duck und weg

RZ-Mitarbeiter Konkurrent

Ich glaube das das eine Anspielung war.

Grad wegen thermischer Endbehandlung des entstehenden Schrotts ist.

Martin

Diese Vorgehensweise ist in der Tat sinnvoll gegen Abhängigkeiten.
Wenn man von "den großen" nämlich fertige Server kauft, braucht man gelegentlich superspezielle Ersatzteile, Teile von der Stange bzw aus dem normalen Handlager passen nicht oder werden nicht erkannt, ohne Grund.
Das alleine wäre nicht ganz so schlimm - kostet halt z.B: HP-Aufschlag für eine Standardkomponente, blöd nur, wenn EOL-NML und somit ein Server nicht mehr weiterbetrieben kann, nur weil ein 20€ Bauteil ausgefallen ist.
Beim Selbstassemblieren passt alles genauso gut zusammen, aber man kann direkt aus dem Handlager eine Austauschkomponente nehmen und es geht weiter. Vor allem ohne RMA-Diskussionen oder am besten noch stundenlange Testläufe, bevor man endlich die RMA bekommt.
Insofern unternehmerisch sinnvoll, sehr zum Leidwesen der Lock-in-Verkäufer.

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