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Rauchfrei

Da es so schön zum manitu-Wort passt: Seit kurzem sind wir hier rauchfrei.

Ein letzter Mitarbeiter gehörte noch zu den Rauchenden. Das wollte ich schon seit längerem beenden - und hatte eine Idee. Der Mitarbeiter, ein Azubi, wollte seine Ausbildungszeit verkürzen.

Und da lag der Deal auf der Hand: Mit dem Rauchen aufhören - gegen Verkürzung der Ausbildungszeit.

Es hat funktioniert, und darüber bin ich sehr froh und zugleich stolz auf unseren Azubi. Er hat sich richtig bemüht und das durchgezogen.

Und bevor jetzt jemand mit der Jura-Keule kommt: Ob das rechtlich Bestand haben würde, bezweifele ich sogar selbst. Aber darum ging es mir nicht. Ich wollte einen Anreiz schaffen, und in gegenseitigem Einvernehmen war das für beide in Ordnung.

Kommentare

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Aj

Ein Arbeitgeber der seinen Mitarbeitern seine Vorstellungen aufdrückt und dafür klar eine Machtsituation ausnützt. Und darauf ist man stolz??

Manuel Schmitt

Für mich klingt Deine Fehlinterpretation einer Situation, in der Du nicht persönlich dabei warst, so, als ob Du Dich in Deiner eigenen Situation mehr als unzufrieden fühlst.

Wenn dem so ist, dann tut mir das aufrichtig für Dich leid. Und dennoch solltest Du nicht eigene Erfahrungen auf andere projezieren.

Vielleicht war das genau der kleine Anreiz, den derjenige sich sogar gewünscht hat?

Lies einfach ein bisschen in meinen Beiträgen und Du wirst sehen, dass ich sicher das Gegenteil eines Machtbesessenen Chefs bin, sondern mir hier um jeden einzelnen Gedanken mache.

Ich habe ja keinen Vorteil eines Nicht-Rauchenden Mitarbeiters (wenn wir jetzt mal diese unsinningen Pausen-Arbeits-Zeiten-Diskussionen beiseite lassen). Und es ist auch keine persönliche Vorstellung, sondern ein medizinischer Fakt.

Wie würdest Du es denn bewerten, wenn ich Dir sage, dass derjenige, um den es hier ging, richtig froh war und ist, dass ich so gehandelt habe?

Manuel Schmitt

Schau mal hier: https://twitter.com/felsqualle/status/1238378344175095808?s=20

Simon

Ich stimme dem 1. Poster vollumfänglich zu. Hier wurden Sachen vermischt, die nichts miteinander zu tun haben sollten. In Zukunft dürfen Mitarbeiter, die sich vegan ernähren, Urlaub früher eingeben?

Sollte der Auszubildende minderjährig sein, hätte man sich hier sogar noch eine Erziehungsfunktion angemast.

Nichtraucher ist keiner der im BBiG genannten Fälle für eine Ausbildungsverkürzung. Wie wurde hier der Antrag an die IHK begründet?

Warum bleibt man nicht sachlich und greift sogar noch den Kommentator persönlich unsachlich an?

Manuel Schmitt

Vielleicht hat die sachliche und fachliche Grundlage für die Verkürzung ohnehin eh bestanden, und diese war Bestandteil der Begründung, und das Nicht-Rauchen hatte damit gar nichts zu tun?

Simon

Aber dann hätte man die Verkürzung nicht vom rauchfrei abhängig machen dürfen. Hier wurde also durch den Ausbilder eine zusätzliche, fachlich nicht relevante, den persönlichen Entfaltungsbereich des Auszubildenden betreffende Bedingung gestellt, die man hätte nicht stellen dürfen.

Und dies dann als "im gegenseitigen Einvernehemen" darzustellen ist ein Witz. Ein junger Auszubildender der weiss, dass er die Bedingungen für eine Ausbildungsverkürzung erfüllt und diese wünscht, hat keine andere Wahl als eine willkürliche Bedingungen des Arbeitgebers anzunehmen um zu seinem Recht zu kommen.

Ich bin kein Fan von Betriebsräten, aber in solchen Situation wird ganz klar, welchen Vorteil diese haben. Die hätten so etwas im Keim erstickt.

Manuel Schmitt

Wirklich schade, dass wir aufgrund unserer Größe keinen Betriebsrat haben. Denn der hätte die tatsächliche Situation korrekt eingeschätzt und gesehen, dass derjenige sich aufrichtig gefreut und es als kleine Herausforderung für etwas, was er eh schon länger selbst wollte, statt als Bedingung gesehen.

Denn wenn Du Dir mal meinen letzten Absatz oben durchliest, wirst Du sehen, was hier eben keine Bedingung für etwas, was sonst trotzdem gemacht worden wäre, war.

Und dazu solltest Du Dir noch https://twitter.com/felsqualle/status/1238378344175095808?s=20 zu Gemüte führen. Das ist nämlich derjenige.

Andreas

Ich kann bei dieser Diskussion nur den Kopf schütteln.
Wie Hr Schmitt bereits geschrieben hat, war auf beiden Seiten ein Einverständnis da. Und es zeigt nur, wie ein ‚Chef‘ mal andere Wege gehen kann.
Ich finde es gut das auch mal Chefs die Kollegen (in diesem Fall ein Azubi) beobachten und im Sinne des Angestellten handelt.
Nur selten wird so gehandhabt.

Und was die Begründung zur Verkürzung angeht.... die Firma muss dem Antrag des Azubis zustimmen.
Der Azubi stellt ein Antrag und wenn die anderen Umstände zur vorzeitigen Zulassung nicht gepasst hätten, wäre es auch nicht
zur Verkürzung gekommen.

Also alles richtig gemacht in der manitu-Cloud...:-D

ps: ich sitze im Prüfungsausschuss und ich kenne die Gesetze des BBiB. Und habe auch den einen oder anderen Antrag zugestimmt

Lothar (felsqualle)

Hallo alle zusammen - ich bin's, der Azubi.

Vorab möchte ich euch darum bitten, den folgenden Kommentar nicht als persönlichen Angriff den Kommentatoren gegenüber zu werten.

Aber: Ihr wisst einfach zu wenig bzw. kennt das "Gesamtbild" nicht.

Um es etwas diplomatischer auszudrücken: Euch fehlt ein nicht unerheblicher Teil der Vorgeschichte. Ihr wisst nicht, in welchem Rahmen die Vereinbarung getroffen wurde. Ihr wisst nicht, in welchem Ausmaß mich die "Raucherei" selbst belastet (hat). Ihr wisst nicht, dass ich zu einer Zeit das Rauchen angefangen habe, als es mir _richtig_ beschissen ging, was hauptsächlich mit meinem vormals ausgeübten Berufsfeld zusammenhängt.

Um dann auch gleich das "junger Azubi"-Argument etwas zu entkräften: Ich bin mit meinen 27 Jahren keiner, der erst "frisch und unerfahren" von der Schule kommt, eine Ausbildung habe ich schon (abgeschlossen) hinter mir. Und glaubt mir, wenn ich in meiner Erstausbildung eines gelernt habe, dann die Vertretung meiner eigenen Interessen, im Zweifel auch gegenüber Vorgesetzten, also macht euch darüber bitte keine Sorgen.

Habe ich mir die Frage gestellt, ob Manuel das darf? Nein, habe ich nicht.

Finde ich die Idee genial? Ja, absolut. Danke!

Thomas Preissler

Zugegeben, zuerst hatte ich mir auch gedacht "oh, oh", was geht denn hier ab. Aber letzten Endes lag das eigentlich nur an "Mit dem Rauchen aufhören - gegen Verkürzung der Ausbildungszeit." ich denke das wird einfach falsch verstanden (oder ist es ein bisschen falsch ausgedrueckt?).

Ich kenne Manuel nicht, ich bin kein Kunde, ich bin nur ein gelegentlicher Blogleser, einfach nur zuefaellig ueber diesen Blog vor Jahren gestolpert. Der "Spruch" "Menschlich. Einfach Besser." hat seinen Grund, und das liest man auch auf diesem Blog, wenn auch zwischen den Zeilen.

Wenn man dann mit diesem Hintergrund diesen Eintrag liest, macht es viel mehr Sinn.

Aber dann versteht man/denkt man nicht, dass da keine "Noetigung" oder aehnliche "Rechtsverletzung" stattgefunden hat. Einfach ein "Menschlich. Einfach Besser"-Unternehmer der sich nicht nur um die Gesundheit seiner Mitarbeiter sorgt, sondern auch an deren (Privat)-Leben ein bisschen teilnimmt und einen Anteil hat.

Leider sind diese "Menschlich. Einfach Besser"-Unternehmer vom Aussterben bedroht und selten anzutreffen dieser Zeit.

Thomas Preissler

@Lothar

Prima, Gratulation mit dem Rauchen aufgehoert zu haben.
War auch mal Raucher, seit ~20 Jahren nicht mehr.

Fuer mich, eine der schlimmsten Abhaengigkeiten, auch weil es so allgegenwaertig ist.

Viel Glueck und -bitte- bleib dabei nicht mehr zu rauchen. Dies wird Dich auf alle Faelle die naechsten 20 Jahre begleiten... vergiss bitte nicht, einmal Raucher, immer Raucher - in dem Sinne, dass es immer wieder "schwache Momente" geben wird.

Immer wieder... leider. Trotzdem: Gut gemacht!

Lothar (felsqualle)

Vielen Dank :)

Kai Fett

Ich empfinde es als Zeichen eines sehr gesunden Betriebsklimas, wenn Führungskräfte sich nicht nur um das Verteilen von Aufgaben kümmern, sondern auch im Blick haben, dass es ihren Mitarbeitern gut geht.

Und Anreize setzen, um Menschen, für die man eine bestimmte Verantwortung übernommen hat, in eine für sie positive Richtung weiterzuentwickeln, ist für mich ein perfektes Beispiel modernen Führungsstils.

Alter, machtmissbräuchlicher und hierarchischer Führungsansatz wäre gewesen: "Rauchverbot am Arbeitsplatz, Raucherpausen werden nicht gewährt weil nicht im Vertrag vorgesehen, aber was Du in deiner Frezeit machst ist nicht mein Ding."

Kalle M

Hallo ihr lieben Diskutanten, ich war viele Jahre Jahre als Gewerkschaftssekretär unter anderem im Rechtsschutz vor Arbeitsgerichten tätig. Von daher habe ich berufliche und mit bald 70 Jahren auch Lebenserfahrung.

Meine Sicht,

-- formaljuristische Bewertung: Vorgang ist bedenklich ;-)
-- unter Einbeziehung aller Faktoren : super Lösung und Win Win in höchster Vollendung

Entspannt Euch liebe Formaljuristen.
Lg

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